Autor: timtrepte

September 10, 2022

Das war es wohl für dieses Jahr mit dem Sommer in Norwegen. Hier hat nun der Herbst Einzug gehalten und ich muss schon wieder die Öfen anmachen. Aber der Reihe nach.
Die Sommerferien waren gut gefüllt mit nettem Besuch. Am 10.Juli kam Annas Schwester Gisela mit ihren Kindern (Luise und Moritz), am Abend ihrer Abreise kamen dann Mäggy und Namira (mit ihrer Tochter Malina). Mit den beiden bin ich zusammen zur Schule gegangen (mit Mäggy seit der 1. Klasse) und es ist immer wieder erstaunlich zu bemerken, wie sehr einen doch die gemeinsame Schulzeit zusammenschweißt, selbst wenn das nun alles schon sehr lange zurück liegt. Wir haben Ausflüge gemacht, in der Außenküche gesessen, gegrillt, bei einem Konzert im „Fischerhafen“ in Kristiansand gewesen, die Zeit genossen und natürlich haben die Damen auch ausführlich gebadet. Einen Tag nach ihrer Abreise kam dann Sandra, hat wie immer unermüdlich geschafft, den Zaun neue gestrichen und Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, die nach dem Einsetzten der Fenster im April nötig waren. Vielen, vielen Dank dafür!!

Juli 3, 2022

Nun sind seit 10 Tagen Sommerferien und weitere 6 Ferienwochen liegen vor mir. Wie schön! Ich bekomme viel Besuch und das wird mir helfen die immer wieder aufkommende Einsamkeit zu vertreiben. Aber der Reihe nach…
Ende Mai war ich wie geplant in Marburg. Ein wundervolles Klassentreffen (das nächste Klassentreffen findet Mittsommer 2024 dann bei mir in Norwegen statt, haben wir beschlossen) und die vielen liebe Menschen um mich herum waren den Reisestress auf jeden Fall wert, allerdings war die Zeit viel zu kurz um alle die Menschen zu treffen, die ich gerne gesehen hätte. Aber schließlich warteten ja noch 3 Schulwochen auf mich und ich bin dankbar, dass ich das verlängerte Himmelfahrtswochenende nutzen konnte und von der Schule noch 2 Tage frei bekam.

Mai 15, 2022

Am Mittwoch ist es ein halbes Jahr her, das Anna gegangen ist.
Ich habe lange nichts von mir hören lassen, aber ich wusste einfach nicht, was ich schreiben sollte. Mein Leben verläuft recht ereignislos, so fühle ich das jedenfalls. Ein Tag gleicht dem anderen und trotz kleinen Abwechslungen ist da dieses große Loch. Äußerlich wie innerlich. Das Haus ist leer, mal abgesehen von den Tieren, die mir weiterhin eine große Stütze sind und meinem Leben einen Rhythmus geben und alles ist irgendwie gleich, routiniert, eben, ohne das Auf- und Ab der Gefühle, was die letzten Jahre so reich gemacht hat, selbst wenn es oft anstrengend und beängstigend war.

März 6, 2022

Es ist lange her, dass ich geschrieben habe, aber so furchtbar viel ist auch nicht passiert. Der Frühling kommt so langsam nach Kristiansand. Heute sind es 10 Grad, der Schnee ist weg, aber das war er schon mal so. Direkt vor den Winterferien, in der letzten Februarwoche, dachten alle, dass der Frühling kommt. Pünktlich zu Ferienbeginn schneite es dann wieder und die Wege im Wald waren erneut völlig vereist. Eigentlich geht es in der Natur so wie in meinem Inneren. Die sonnigen warmen Zeiten, in denen man glaubt, dass der Winter überwunden und auf dem Rückzug ist, wechseln mit Rückschlägen, Wintereinbrüchen, kälte.

Januar 16, 2022

Nun sind es fast 2 Monate seit Annas Fortgang. Ich habe die ersten 2 Schulwochen hinter mir, arbeite wieder voll und finde mich immer besser in meinem neuen Leben zurecht. Es geht mir überraschend gut, gehe gerne zur Arbeit, bin viel mit den Hunden unterwegs und freue mich über die fantastischen Sonnenaufgänge, die hier zurzeit fast jeden Morgen zu bewundern sind. Ich fühle mich unglaublich wohl im Haus (davor hatte ich ein wenig Angst, unbegründet, wie es scheint) und bin nach wie vor unglaublich dankbar an so einem schönen und speziellen Platz leben zu dürfen. Auch nach nun fast 5 Jahren hier im Haus sitze ich am Morgen immer noch draußen und fühle mich wie in den Ferien. Es ist nie gewöhnlich geworden hier zu wohnen und dafür bin ich unglaublich dankbar!

Dezember 22, 2021

Zunächst einmal möchte ich Euch allen ein gutes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen . Kommst gut ins Neue Jahr!
Ich hoffe, es wird besser als das nun fast vergangene, aber das dürfte nicht schwierig werden, jedenfalls was die vergangenen 2 Monate betrifft.
Ich sitze wieder mal auf der Fähre und bin auf dem Weg nach Deutschland um Weihnachten zu „feiern“. Hinter mich zu bringen, oder zu „überstehen“, trifft es wohl besser. Ich freue mich wahnsinnig auf Titia, Friedrich, Gunvor und Annas Geschwister. Am 26. geht es dann nach Marburg um dort mit den Treptes Weihnachten zu begehen. Auch darauf freue ich mich natürlich sehr! Am 31. muss ich dann wieder nach Hause, denn am 3. Januar geht die Schule wieder los.
Aber der Reihe nach:

Dezember 3, 2021

Nun bin ich also auf dem Rückweg, sitze auf der Fähre und versuche die vergangenen 2 Wochen in irgendeiner Weise zu be-/verarbeiten. Zum Glück ist Sandra bei mir, die mich begleitet und mir hilft Annas Sachen in unserem Haus wegzuräumen. Ich schaffe das nicht alleine, kann aber nicht dauernd Annas Kleider usw. um mich haben. Das tut einfach zu weh. Sandra wird eine Woche bleiben und dann muss ich 1 Woche lang alleine klarkommen, bevor ich in den Weihnachtsferien wieder nach Deutschland fahre.

Dezember 1, 2021

Inzwischen sind Friedrich und ich in der zugegeben besonderen Lage auch nach einem so… viel, viel zu frühen Abschied auf unsere Eltern gleichermaßen zurückzusehen und die ganze Zeit, die wir mit ihnen hatten und je haben werden, zu überblicken. Wir können für uns erfassen was sie uns jeweils geschenkt haben, was wir von ihnen mitgenommen haben und was von ihnen uns unser ganzes Leben lang begleiten wird.

November 28, 2021

Trauerrede zu Annas Beisetzung am 27.11.2021 Friedhof Altenkrempe. Da ich mir nicht sicher war, ob ich es schaffe, die Rede in der Kirche zu halten, habe ich sie vorher aufgenommen und beim Gottesdienst abgespielt. Ihr könnt die Rede also lesen, oder hören (oder beides). Bericht zur Beisetzung und alles Andere folgt später…

November 21, 2021

Vielen, vielen Dank für die lieben Kommentare, die Beileidsbekundungen, die Erinnerungen, das Mut machen. Die Mails, die Nachrichten, alles das hilf uns sehr und zeigt, welchen großen Abdruck Anna hier auf der Erde hinterlassen hat.
Vielleicht scheint es seltsam oder pietätlos, aber ich muss mir das einfach von der Seele schreiben, vielleicht ist dies meine Art mit dem unsagbaren, unbeschreiblichen Verlust umzugehen und die Trauerarbeit zu beginnen.