Autor: timtrepte

Januar 22, 2023

Nun hat das Schicksal doch wieder zugeschlagen, nachdem sich eigentlich alles ganz positiv entwickelte. Gestern habe ich Muffin verloren, er musste eingeschläfert werden und ist jetzt bei Anna.

Dezember 29, 2022

Da bin ich auf der Rückfahrt und wie angedeutet, habe ich Zeit und Muße etwas zu schreiben.
Schön war es in Deutschland, obgleich ich mein Haus und die Katzen vermisst habe. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Schashagen mit leckerem Abendessen bin ich am Eis-Katastrophentag nach Marburg gefahren. War aber alles nicht so schlimm, die Autobahnen waren gestreut und dank der ganzen Warnmeldungen war auch wenig Verkehr. Ich habe mich bei meiner Mutter und Jörg in Niederweimar einquartiert und es war wunderbar mal wieder da zu sein.

Dezember 20, 2022

Da sitze ich endlich mal wieder auf der Fähre auf dem Weg nach Deutschland und habe Zeit zu schreiben.
Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, ist Annas Grabstein endlich an seinem Platz. Nachdem Titia ihn mitgenommen und in Schashagen abgeliefert hatte, ging es ganz schnell. Ich finde, er ist wunderschön geworden. So bunt und so anders, als all die anderen Grabsteine. So ganz Anna. Ich glaube, sie freut sich sehr darüber, einen Stein aus Ålefjær zu haben, ein Stückchen Norwegen in Deutschland, ein Stückchen norwegischer Fels für Anna. Jetzt kann im Frühling dann das Grab mit vielen bunten Blumen bepflanzt werden. Samen aus unserem Garten habe ich auch gesammelt. Mal sehen, ob die dort in Norddeutschland gedeihen. Es ist noch einmal wie der Abschluss eines Kapitels… .

November 13, 2022

Heute ist es genau 1 Jahr her, dass ich die letzten Worte mit Anna gewechselt habe. Danach war sie nicht mehr ansprechbar, bis sie am 18.November von uns gegangen ist. Es ist nicht einfach für mich zurzeit. Erst Annas Geburtstag am 18. Oktober und jetzt naht ihr erster Todestag in großen Schritten. Ich denke viel an die Zeit vor einem Jahr und bin dann doch gleichzeitig überrascht, wie schnell dieses Jahr vergangen ist und wie ich das geschafft habe. Anna fehlt überall, aber das Leben geht seinen Weg und nimmt mich mit, ganz gleich wie schwer mir manches auch immer noch fällt.

Oktober 16, 2022

Nun ist es richtig Herbst geworden. Die Blätter haben die schönsten Farben angenommen, Regen, Sturm, Sonne, Gewitter, alles wechselt sich ab, oft weiß ich nicht, was ich anziehen soll, wenn ich mit den Hunden unterwegs bin. Das Wetter wechselt so schnell. Mal dicke Jake, Regensachen und ab und zu reicht auch mal ein T-Shirt. Aber ich genieße dieses abwechslungsreiche Wetter, wenn ich nicht gerade im Regen stehe und Pausenaufsicht habe…

September 10, 2022

Das war es wohl für dieses Jahr mit dem Sommer in Norwegen. Hier hat nun der Herbst Einzug gehalten und ich muss schon wieder die Öfen anmachen. Aber der Reihe nach.
Die Sommerferien waren gut gefüllt mit nettem Besuch. Am 10.Juli kam Annas Schwester Gisela mit ihren Kindern (Luise und Moritz), am Abend ihrer Abreise kamen dann Mäggy und Namira (mit ihrer Tochter Malina). Mit den beiden bin ich zusammen zur Schule gegangen (mit Mäggy seit der 1. Klasse) und es ist immer wieder erstaunlich zu bemerken, wie sehr einen doch die gemeinsame Schulzeit zusammenschweißt, selbst wenn das nun alles schon sehr lange zurück liegt. Wir haben Ausflüge gemacht, in der Außenküche gesessen, gegrillt, bei einem Konzert im „Fischerhafen“ in Kristiansand gewesen, die Zeit genossen und natürlich haben die Damen auch ausführlich gebadet. Einen Tag nach ihrer Abreise kam dann Sandra, hat wie immer unermüdlich geschafft, den Zaun neue gestrichen und Ausbesserungsarbeiten vorgenommen, die nach dem Einsetzten der Fenster im April nötig waren. Vielen, vielen Dank dafür!!

Juli 3, 2022

Nun sind seit 10 Tagen Sommerferien und weitere 6 Ferienwochen liegen vor mir. Wie schön! Ich bekomme viel Besuch und das wird mir helfen die immer wieder aufkommende Einsamkeit zu vertreiben. Aber der Reihe nach…
Ende Mai war ich wie geplant in Marburg. Ein wundervolles Klassentreffen (das nächste Klassentreffen findet Mittsommer 2024 dann bei mir in Norwegen statt, haben wir beschlossen) und die vielen liebe Menschen um mich herum waren den Reisestress auf jeden Fall wert, allerdings war die Zeit viel zu kurz um alle die Menschen zu treffen, die ich gerne gesehen hätte. Aber schließlich warteten ja noch 3 Schulwochen auf mich und ich bin dankbar, dass ich das verlängerte Himmelfahrtswochenende nutzen konnte und von der Schule noch 2 Tage frei bekam.

Mai 15, 2022

Am Mittwoch ist es ein halbes Jahr her, das Anna gegangen ist.
Ich habe lange nichts von mir hören lassen, aber ich wusste einfach nicht, was ich schreiben sollte. Mein Leben verläuft recht ereignislos, so fühle ich das jedenfalls. Ein Tag gleicht dem anderen und trotz kleinen Abwechslungen ist da dieses große Loch. Äußerlich wie innerlich. Das Haus ist leer, mal abgesehen von den Tieren, die mir weiterhin eine große Stütze sind und meinem Leben einen Rhythmus geben und alles ist irgendwie gleich, routiniert, eben, ohne das Auf- und Ab der Gefühle, was die letzten Jahre so reich gemacht hat, selbst wenn es oft anstrengend und beängstigend war.

März 6, 2022

Es ist lange her, dass ich geschrieben habe, aber so furchtbar viel ist auch nicht passiert. Der Frühling kommt so langsam nach Kristiansand. Heute sind es 10 Grad, der Schnee ist weg, aber das war er schon mal so. Direkt vor den Winterferien, in der letzten Februarwoche, dachten alle, dass der Frühling kommt. Pünktlich zu Ferienbeginn schneite es dann wieder und die Wege im Wald waren erneut völlig vereist. Eigentlich geht es in der Natur so wie in meinem Inneren. Die sonnigen warmen Zeiten, in denen man glaubt, dass der Winter überwunden und auf dem Rückzug ist, wechseln mit Rückschlägen, Wintereinbrüchen, kälte.

Januar 16, 2022

Nun sind es fast 2 Monate seit Annas Fortgang. Ich habe die ersten 2 Schulwochen hinter mir, arbeite wieder voll und finde mich immer besser in meinem neuen Leben zurecht. Es geht mir überraschend gut, gehe gerne zur Arbeit, bin viel mit den Hunden unterwegs und freue mich über die fantastischen Sonnenaufgänge, die hier zurzeit fast jeden Morgen zu bewundern sind. Ich fühle mich unglaublich wohl im Haus (davor hatte ich ein wenig Angst, unbegründet, wie es scheint) und bin nach wie vor unglaublich dankbar an so einem schönen und speziellen Platz leben zu dürfen. Auch nach nun fast 5 Jahren hier im Haus sitze ich am Morgen immer noch draußen und fühle mich wie in den Ferien. Es ist nie gewöhnlich geworden hier zu wohnen und dafür bin ich unglaublich dankbar!