Juli 11, 2019

Endlich hat Tim auch mal was gefangen...

Zum Glück war der Grill schon an.

Eines der Projekte diesen Sommer.

Boot-Beet

 

Sommer der gemischten Gefühle.

Sommer heisst übrigens auf norwegisch auch sommer, nur klein geschrieben. Aber eigentlich groß geschrieben - denn die meisten Norweger lieben den Sommer noch mehr als die Deutschen, weil er so kurz ist. Vor unserem Haus haben die Familien Spaß und fahren mit den Booten herum, die Kinder auf Schwimmmatten hinten drangehängt.
Anfangs haben wir Euch in Deutschland etwas beneidet, als es über 30 Grad wurde aber nicht mehr...
Wir haben jetzt ein recht stabiles Hoch, nicht die Hitze vom letzten Jahr sondern ganz normale 20 - 24 Grad, Nachts recht kühl, in der Sonne heiss. Heute ist der Wind kühl, die Sonne knallt. Und da wir eine Terrasse fast rund ums Haus haben, gibt es für jede Tageszeit das perfekte Plätzchen. Mein Favorit ist die Morgensonne mit Blick auf den Fjord!
Tim war eben in der Stadt einen neuen Rasenmäher kaufen, der Alte, mit dem Haus gekaufte oder geerbte, hat während des Mähens den Geist aufgegeben. So war das eine schnelle Entscheidung - sonst hätte er Tage damit zugebracht Preise zu vergleichen usw.
Wir hatten viel lieben Besuch, und mehr wird kommen. Z.Zt ist Sandra, wie jeden Sommer für einige Wochen hier und ist schon fleißig am Streichen - auch wie jeden Sommer.

Für mich sind es erstmal die letzten Schul-Sommerferien - die Schule muss sparen und hat die Schulküche geschlossen - und mir somit keinen Vertrag fürs nächste Schuljahr gegeben.
Das war erstmal ein Schock, und tat auch weh, jetzt verdränge ich es und genieße die Ferien - ab August schaue ich dann mal ob ich nicht was Neues finde. Etwas, dass körperlich nicht so anstrengend ist und wo ich vielleicht etwas mehr arbeiten kann. Und das Wichtigste: Menschen um mich habe.

Wir haben neue Hühner! Und zwar sogenannte Seidenhühner (sehen aus wie geschrumpfte Lamas) und legen kleine süße Eier. Zum ersten Mal haben wir auch einen Hahn dabei - ich hoffe sehr, dass die nächstes Jahr brüten (also die Hühner, nicht der Hahn).
Die letzten jungen Hühner hat der Marder auf dem Gewissen, jetzt ist der Stall, dank Tim, sicher.

Gesundheitlich geht es mir gut. Der Krebs wird dank moderner Medizin im Schach gehalten und nebenbei nehme ich auch natürliche Heilmittel, ich glaube die Mischung macht´s... Viel Optimismus und eine Prise naiver Glaube an die Heilung hilft sicher auch.
Ich habe einen klaren Rhythmus, stehe früh auf und beginne den Tag mir der OP (Oberhessische Presse) - online (hilft gegen Heimweh), gehe mit Muffin spazieren, dann Frühstück mit der hiesigen Zeitung. Wenn keine Termine wie Physiotherapie, Zahnarzt, Osteopatie oder Krankenhaus anstehen, gehe ich dann in den Garten. Dort zu werkeln macht mir Freude. Nach einer Mittagsruhe und wenn die nachmittäglichen Schmerzmittel wieder wirken, gehe ich wieder in den Garten oder das Gewächshaus. Abends wird was leckeres gekocht.
Die Johannisbeeren sind zu Gelee und Saft verarbeitet und für Eis eingefroren. Die Erdbeeren sind den Hühnern zum Opfer gefallen (nicht gefressen, sondern das Beet wird als Sandbad benutzt), also werde ich welche kaufen. Ohne geht nunmal nicht!
Und zwischendurch nasche ich Kirschen von der Terrasse aus…

Nächste Woche planen wir wieder alle Nachbarn zu einem Sommerfest bei uns im Garten einzuladen, also drückt uns die Daumen für eine warme, trockene Nacht und das die kleinen fiesen Mücken, Gnietzen, hier „knott“, bis dahin verschwunden sind. Als ich Chemo nahm bekam ich keinen einzigen Stich, diesen Sommer fressen sie mich!

Wir lassen bald wieder von uns hören.

 

Anna & Tim

 

2 Comments on “

  1. Liebe Freunde,
    danke für die schönen Sommerbilder, es ist immer einen Wohltat, die norwegische Natur im Sommer zu betrachten. Ich bin im Juli und August in Hangzhou, China, wo das Wetter und die Aussicht leider weit weniger schön sind. Im Moment ist es noch recht kühl (25 – 30 C), die Regenzeit ist noch nicht ganz vorbei, also ist es suppig, grau und feucht. Eine gute Portion Smog ist natürlich auch dabei… Heute morgen kann man das andere Ufer des Flusses vor unserem Haus nicht sehe. Aber es ist nett mit den Kollegen, und unsere Zwei Gruppen mit 160 Studenten macht sich auch gut.

    Seid gedrückt,
    Madlena

  2. Schön, wieder Neues von euch zu hören! Mit dem nächsten Job wird es sicher klappen, ihr seid ja immer optimistischer Stimmung. Die roten Johannisbeeren machen uns auch viel Freude in diesem Jahr, sie tragen enorm reichlich und schmecken sehr lecker. Wir waren im Juli ganz in eurer Nähe, zunächst auf den Spuren der Künstlerkolonie in Skagen, dann in der herrlichen Natur Smalands. Aber auch hier in Marburg ist der Sommer wunderbar, nicht so monoton heiß wie der vergangene, auch mal Regen zwischendrin. Am Montag geht die Schule wieder los. Dass pünktlich zum Schulbeginn die Weidenhäuser Brücke nach 1,5 Jahren ENDLICH wieder eröffnet wird, habt ihr ja schon in der OP gelesen, eurer/deiner Morgenlektüre. Der Herbst bringt dann viele Waldorf 100-Veranstaltungen, auch eine Ringvorlesung an der Marburger Uni, die ich durchführe. Bin schon sehr gespannt, wie die ankommt! Waldorf 100 in Hessen, Alte Oper in Frankfurt, am 15.6., war ein voller Erfolg.
    Euch das Allerbeste! Dirk

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