September 25, 2016

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Monatsfeier

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Auf der Bootstour

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Meteorologischer Stein:

Warmer Stein = Sonne

Nasser Stein = Regen

Weißer Stein = Schnee

Kein Stein = Nebel

 

Ein erstes Fazit...

Nachdem wir nun 10 Wochen in Norwegen wohnen und in einer Woche die Herbstferien beginnen, ist es vielleicht an der Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen.
Die Behördengänge am Anfang waren schon eine Herausforderung. In einem Land, in dem man alles online erledigen muss, aber natürlich nur dann einen Internetzugang bekommt, wenn man ein Konto hat (welches man allerdings nur online beantragen kann), ist das doch schwieriger, als zunächst gedacht. Wenn man das Problem dann irgendwie gelöst hat, die Termine bei der Polizei, der Steuerbehörde und der Bank (ja, man muss da trotzdem persönlich hin um sich auszuweisen, nachdem man elektronisch Bescheid bekommen hat, dass die Eröffnung eines Kontos genehmigt wurde) erledigt sind und man mit dem Erhalt der Personennummer nun offiziell als Mensch in Norwegen anerkannt ist, dann ist alles ganz einfach... Parkscheine bezahlt man hier z.B. mit einer App, dort kann man die Parkzeit verlängern wenn es nötig ist oder vorher abbrechen, wenn man kürzer parken will als zunächst gedacht. Sehr praktisch. Überhaupt scheint Norwegen was die Nutzung von elektronischen Hilfsmitteln angeht, dem guten alten Deutschland um Jahre voraus zu sein. Allerdings macht sich hier auch niemand so große Sorgen um den Datenschutz wie in Deutschland. Und wenn der Bahnhof der fünftgrößten Stadt von Norwegen damit wirbt, dass sagenhafte 16 Züge am Tag hier abfahren, dann merkt man, dass das Leben hier doch etwas beschaulicher ist als in Deutschland.
Die Landschaft und die Natur sind unbeschreiblich. Wir waren inzwischen am südlichsten Leuchtturm Norwegens (von da aus sind es 2814 km bis zum nördlichsten Leuchtturm Norwegens..., ganz schön lang das Land...), haben eine Bootstour durch die Schären unternommen, fahren immer wieder umher und freuen uns an der unglaublichen Landschaft. Da ist es dann doch gut, wenn man viel Besuch hat, der auch einiges sehen will, denn dann kann man sich besser aufraffen. Auch in Norwegen gab es den wärmsten Septembertag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und wir waren eigentlich ganz froh, dass es nicht ganz so heiß war wie in Deutschland.
Die Schule ist für mich nach wie vor eine Herausforderung. Andere Länder andere Sitten...., so sagt man doch. Oft bin ich mit meinem Unterricht unzufrieden und habe das Gefühl, nicht allen Schülern gerecht werden zu können. Allerdings kann ich mich voll auf den Unterricht konzentrieren, da es zwar viele Konferenzen und Treffen gibt, man aber ansonsten keinerlei Verantwortlichkeiten für die Schule übernehmen muss. Das ist jetzt sehr hilfreich, aber da auch hier in Zukunft Veränderungen anstehen, gibt es vielleicht doch noch das Ein oder Andere zu tun. Jedenfalls ist klar, dass man um spätestens 16 Uhr mit der Schule fertig ist, sich dann der Freizeitgestaltung und Vorbereitung widmen kann und am Abend die Schule nicht mehr betreten muss. Ein deutlicher Unterschied zu meiner alten Wirkungsstätte.
So schwanke ich noch hin und her. Das Land ist phantastisch, die Menschen unglaublich freundlich und zuvorkommend (wirklich kein Vergleich mit Deutschland), aber die Arbeit ist noch eine große Herausforderung und nicht so zufriedenstellend wie früher. Aber ich habe mir ja eine Herausforderung gewünscht und da ist sie nun! Der schwierigste Kampf ist im Moment noch der mit den eigenen Ansprüchen. Auch das ist aber wohl etwas typisch deutsches, denn ansonsten scheint man sich hier darüber nicht so viele Gedanken zu machen.
Nun erwarten wir die Herbstferien, haben wieder Besuch und freuen uns darauf zusammen noch neue Ecken der Umgebung zu entdecken. Überhaupt ist es großartig so viel Besuch zu haben! Auch kein Vergleich zu früher, wobei das damit zusammenhängen mag, dass Cappel Landschaftlich nicht ganz so anziehend wirkt wie Süd-Norwegen.
Auf jeden Fall werdet ihr von uns lesen!
Liebe Grüße

Tim & Anna

7 Comments on “

  1. Liebe Anna und Tim, schön immer wieder von Euch zu hören und miterleben zu können wie es Euch im schönen Norwegen geht.
    Habt es weiterhin gut, ich freu mich schon auf den nächste Bericht.
    Grüße aus dem sommerlichen Hessen
    Christiane und Friedrich Stöhr

  2. „Der schwierigste Kampf ist im Moment noch der mit den eigenen Ansprüchen.“
    So ist es 🙂 Das kennt wohl jeder Deutsche, der hierher zieht. Man glaubt, jeder im Umkreis denkt, was man doch für eine Niete ist, tatsächlich macht sich kein Mensch darüber Gedanken. Wenn in Deutschland „Professionalität“ bedeutet, dass man sich selbst ständig in Angst und Schrecken versetzt, weil man ja einen Fehler machen könnte oder sich durch dumme Bemerkungen oder falsches Verhalten outet, oder man mal nicht 1000%ig im Einsatz ist, bedeutet es hier: man ist da, bemüht sich nach Kräften, respektiert die anderen und hat immer Zeit für einen Plausch oder einen Kaffee.
    Was für einen Deutschen erst einmal kaum fassbar ist: Man darf hier Fehler machen! Man darf zu spät kommen oder plötzlich nachhause müssen, weil ein Kind krank wurde, ohne dass irgendwer mit den Augen rollt. Solange man etwas nicht in böser Absicht vergeigt, begegnet einem jeder mit Verständnis. Jedenfalls habe ich es bisher noch nicht anders erlebt.
    Wünsche euch weiterhin gutes „Hineinfinden“ 🙂

  3. Hört sich insgesamt herausfordernd aber auch spannend und schön an. Die landschaftlichen Reize kann ich sehr gut nachvollziehen, nur konnte man Euch in Cappel schneller erreichen ;-). Ich wünsche Euch weiterhin eine wohltuende Zeit im Norden!
    LG

  4. Liebe Anna, lieber Tim
    ich freue mich über jeden Bericht von Euch und jedes mal kommt so eine Sehnsucht Euch an dem so wunderschönen Ort- nach Euren tollen Beschreibungen und tollen Bildern zu urteilen – zu besuchen…aber Wien liegt ja auch nicht gerade um die Ecke. !!
    trotzdem..für nächstes Jahr zu Beeren sammeln ..
    Eure Berichte sind richtig spannend und es ist schön Eure Erfahrungen zu miterleben zu dürfen. Was mich vor allem freut ist das Ihr diese unglaubliche Landschaft und die ein Stück weit gelasseneren Leute nach und nach kennenzulernen …weniger Hektik und mehr Zeit für das was wirklich wichtig ist wunderbar
    mir allen auch wieder so viele Dinge ein als ich während meiner Studienzeit…ich glaube es waren 5 Jahre !! jeden Sommer nach Sollia gefahren bin und mit auch an dieser Landschaft berauscht habe. Euch beiden weiter ganz viele erfreuliche Erfahrungen im hohen Norden und danke für die tollen Bilder und Berichte
    glg ruth

  5. Hallo Anna, hallo Tim,
    jetzt lese ich Euren Blog also auch.
    Anna weiß schon, der aus dem NO-Kurs der nicht mehr in der EU sein wollte… 😉
    Das ist schon beneidenswert – Euer neues Zuhause.
    Liebe Grüße
    Uwe

  6. Hei Anna og Tim,
    Lindesnes fyr sofort erkannt 😉. Waren auch mal dort und sind durch die alten Stellungen gekrochen.
    So wie es sich list geht es euch ja gut!
    Hjertelig hilsen fra Tyskland
    Volker (aus dem Kurs mit Uwe)

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